# 38 – Queen Mary 2

Funkauftrag zu einem Restaurant in der Neustadt. Eine Frau, ende zwanzig steigt ein und nennt eine Zieladresse in Habenhausen.

Sie sagt:

– Das werden wohl 12-13 Euro werden, stimmts?

– Ja, das kommt hin. Woher wissen Sie das, fahren Sie öfters?

– Ja, regelmäßig, weil ich nach der Arbeit zu kaputt bin um mit der BSAG zu fahren

– Arbeiten Sie in dem Restaurant?

– Ja, als Bedienung.

– Hm ok, sicherlich ist arbeiten in der Gastronomie kein Zuckerschlecken…

– Och naja, ich mach das hier erst seit kurzem und es ist kein Vergleich zu früher…

– Was haben Sie denn früher gemacht?

– (lacht) Der Name „Queen mary 2“ ist Ihnen ein Begriff?

– Das riesige Schiff? Sie machen Witze, haben Sie da gearbeitet?

– Ja, ich hatte da mein kleines Abenteuer für paar Monate…

– Was haben Sie da gemacht?

– Dort war ich auch Kellnerin

– Das muss doch aufregend sein auf so einem Schiff zu arbeiten, können Sie da etwas
erzählen?

– Naja, der Arbeitsplatz ist ungewöhnlich und faszinierend. Das Schiff ist riesig und ich habe es gar nicht mehr als Schiff wahrgenommen. Es ist vielmehr eine eigene kleine
Stadt. Die Stadt hat ein Theater, Kino, Discothek, Bibliothek, mehrere Resturants und Cafes. Und natürlich ein Casino, insgesamt 13 Decks! Sie ersten zwei Wochen habe ich mich ständig verlaufen, ich musste andauernd meine Kollegen nach dem Weg fragen.

– Und wie arbeitet es sich auf so einem Schiff?

– Das ist echte Knochenarbeit. Die Schichten gingen von morgens bis abends, immer 12 bis 15 Stunden, aber das war schon in ordnung, denn was soll man schon auf so einem Schiff anderes tun, außer arbeiten? Geld ausgeben kann man da natürlich auch, aber man will ja Geld verdienen. Es gab jedenfalls immer was zu tun und langeweile kam nicht auf. Gelegentlich, als das Schiff irgendwo anlegte, durften wir auch paar Stunden mit aufs Land gehen. Meine erste Station war Venedig, ach das war so romantisch! Da habe ich mich direkt in meine Arbeit verliebt. Danach ging es nach Lateinamerika und die karibischen Inseln. Aber auch Südamerika und Hawaii. Es war echt toll!

– Und warum haben Sie dann damit aufgehört? Ist der Arbeitsvertrag ausgelaufen?

– Nein, ich habe freiwillig aufgehört! Mir war die Sehnsucht nach meiner Familie zu groß
geworden, über Facebook bin ich mit denen immer im Kontakt gewesen aber das ist ja nicht dasselbe. Es war mein kleines verrücktes Abentuer und ich habe viel gelernt. Eine tolle Zeit, ich finde jeder im Leben sollte mal so eine Weltreise machen. Dann würden sich die deutschen nicht so viel über kleinigkeiten aufregen und einfach das Leben vielmehr genießen.

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2 Gedanken zu „# 38 – Queen Mary 2

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