# 26 – Mindestlohn? Kommst du noch?

Seit knapp 1 Woche haben wir Ihn: Den gesetzlichen Mindestlohn.

Insbesondere im Taxigewerbe bedeutet das gravierende Änderungen. Denn bislang werden Taxifahrer vielerorts nur auf Provisionsbasis bezahlt. Auch in Bremen galt bislang eine Umsatzbezahlung. Oftmals hieß das, dass man für weit weniger als 8,50 Euro / Std gearbeitet hat.

Daher wurde der Mindestlohn mit Spannung erwartet – und viele Kollegen sind enttäuscht.
So wie ich das mitkriege, gibt es viele Unternehmer, die auch jetzt weiterhin nur die Umsatzprovision zahlen.

Ich persönlich bin auch betroffen: Mein Unternehmen hat mir angeboten, den Mindestlohn „auf Papier“ zu zahlen, aber in der Stunden-Abrechnung sollte getrickst werden. Daraufhin habe ich gekündigt und bin nun bei einem Unternehmen, wo alles richtig gemacht wird (das war aber gar nicht so einfach zu finden).

Über die Situation in Bremen berichten auch einige Medien:

ZDF Länderspiegel:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2314442/Die-Folgen-des-Mindestlohns#/beitrag/video/2314442/Die-Folgen-des-Mindestlohns

Weser Kurier:

http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadtreport_artikel,-Taxifahren-in-Bremen-wird-teurer-_arid,1017510.html

TAZ.de:

http://www.taz.de/!152359/

6 Gedanken zu „# 26 – Mindestlohn? Kommst du noch?

  1. Die gleichen Erfahrungen machen wir hier gerade in Berlin. Auch ich habe (unter anderem) deswegen gekündigt und bei einem anderen Betrieb angefangen. Bis letzte Woche hieß es dort, dass sie den Mindestlohn zahlen. Jetzt plötzlich sollen wir ebenfalls weniger Stunden aufschreiben, als tatsächlich gefahren wurden.
    Ätzend das alles.

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  2. Es sollten, wie bei den LKW Fahrern, Fahrtenschreiber verwendet werden. Die Daten oder Scheiben dann bei der Krankenkasse oder Finanzamt eingereicht werden. Um Betrug zu verhindern kann man einen Chip im Taxi einbauen damit das nur startet wenn ein Fahrer sich einloggt. Das dürfte Mauscheleien erschweren…

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  3. Hm,
    letztlich hilft sicher nur, dass die Fahrer konsequent agieren und vorgehen. Bei Chips könnte der Unternehmer auf die Idee kommen, mehr als einen pro Fahrer auszugeben. Oder die abgeben zu lassen in der Zentrale – Vorwand: auslesen wollen – und zum Wochenanfang andere austeilen.

    Es hilft einfach nur, dass man anerkennt (auch als Unternehmer), dass es solchen Lohn nun mal gibt. Und dass man ggf. auf Fahrer verzichten muß, sich die besten halt rausnimmt und mit den wenigen sicherlich durch geschichtes Timing den Lohn auch reinfährt. Aber denken ist oft Glückssache – „Geiz ist geil“ oder „Alles ist mein“ sind natürlich einprägsamer. Und denken muß man dafür nicht.

    Aber Denken wird in diesem Lande ja immer noch von vielen unterbewertet …

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  4. Das ist echt krass, mit was für Mitteln da getrickst wird. Und das Schlimme ist, dass von den Mitarbeitern mal eben so verlangt wird, das auch noch mitzumachen.

    Ich drücke dir die Daumen! Und vielleicht treffen wir uns ja irgendwann mal im Taxi. Dann weiß ich auch, mit welchem Taxi-Unternhemen ich in Zukunft gerne mitfahre – und mit welchem nicht. 😉

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  5. Ich finde es gut das Du gewechselt hast, danke für die Solidarität 🙂

    Als HartzIV-ler wurden mir noch vor 12 Monaten Jobs bei Zeitarbeitsfirmen für 6,30 €/h angeboten.

    Ob mir der Mindestlohn einen vernünftigen Arbeitsplatz bringt weiss ich nicht. 10 Jahre HartzIV haben vieles verändert, wenn es jetzt nochmal 10 jahre dauert bis sich die Verhältnisse wieder normalisieren dann bin ich 60. Ich hoffe trotzdem noch 😉

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