# 24 – Pech & Glück im Taxigewerbe

Einer der Gründe, warum ich das Taxifahren so mag ist das Glückspiel dabei – der Taxigott ist eine launische Hure, mal hat man als Taxifahrer echt glück: Tolle Touren, interessante Leute, schöne Trinkgelder, wenig Wartezeit. Manchmal aber auch das absolute Gegenteil inform von launischer Kundschaft, langen Stehzeiten und kurzen Touren.

Der letzte Montag war bezüglich des Glückspiels wahrlich extrem: Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester waren sehr ruhig – viel zu ruhig! Ich habe eigentlich gedacht, dass viele Menschen wegen der Ferien und der allgemeinen Urlaubszeit in der Bremer City unterwegs sein würden.

Am letzten Montag war wieder mal absolute Flaute angesagt – ich stellte mich daher
am Hauptbahnhof an und wartete…und wartete…und wartete.

Bislang habe ich nie länger als 1 Stunde am Bahnhof gestanden, an schlechten Tagen waren es auch mal 1,5 Stunden. Aber an diesem Montag erreichte ich erst nach fast 2,5 Stunden die erste Position. Entsprechend frustriert war ich schon drauf und dran das Taxi abzustellen und vorzeitig Feierabend zu machen. Mit einem ICE kam dann nach 22 Uhr eine wenig gesprächige Dame ins Taxi und wollte für ca 8 Euro nach Walle.

Absoluter Tiefpunkt. 18 Euro Umsatz in 3 Stunden, was quasi 6,30 Eur Verdienst bedeutete. Ein Stundenlohn von 2,10 Euro.

Nach dem Motto „nur nicht aufgeben!“ warf ich einen letzten Blick ins Smartphone und den Veranstaltungkalender: Im Pier 2 (Konzerthalle für 2000 Menschen) fand das Konzert „Subway to Sally“ statt. Wo ich schon in Walle war, könnte ja ein Abstecher zum Pier 2 nicht schaden.

Beim Pier 2 angekommen stellte ich fest: kein Taxi weit und breit. Was eigentlich nie vorkommt, weil bei Konzerten immer viele Kollegen sich dort bereithalten. Vielleicht war das Konzert auch schon zu ende? Bevor ich länger darüber nachdenken konnte, stieg auch schon ein Kunde ins Taxi. Eine Tour zum Hbf.

Unterwegs verriet er mir, dass das Konzert noch im vollen Gange war und ich dort sicher noch paar Touren kriegen könnte. Also fuhr ich danach wieder dorthin hin. Insgesamt 7 mal. Und jedesmal war kein Kollege vor Ort und jedesmal stieg mir nach max 30 sekunden ein Konzertbesucher ins Taxi. Weit nach Mitternacht war das Pier2 dann abgearbeitet, ich trieb mich völlig ziellos durch das Viertel rum und hatte wieder unglaubliches Glück: Winkende Fahrgäste am Straßenrand und das ganze dann auch insgesamt 6 mal.

Am Ende war es dann eine mittelmäßige Schicht, weil mich die Wartezeit am Bahnhof zu sehr ins Loch gerissen hat – Aber diese Schicht ist ein klarer Beweis dafür, wie sehr mal wieder Pech & Glück im Taxigewerbe beieinander liegen…

Ich wünsche euch übrigens (etwas nachträglich) ein FROHES NEUES JAHR!

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